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DSO

Laut einer aktuellen Analyse auf Basis des Creditreform Debitorenregisters Deutschland (DRD), für die rund 3,4 Mio. Rechnungsbelege ausgewertet wurden, haben die Zahlungsverzögerungen im B2B-Geschäft zuletzt wieder zugenommen. In den Monaten Juli bis Dezember 2018 erhöhte sich die durchschnittliche Verzugszeit auf 10,70 Tage. Im 1. Halbjahr 2018 waren Rechnungen im Durchschnitt 10,59 Tage überfällig gewesen. Entsprechend müssen Kreditgeber zunehmende Vorfinanzierungskosten einkalkulieren.

Rund zwei Drittel (60,4 Prozent) aller offenen Forderungen in Deutschland wurden durch Großunternehmen verursacht. Die vergleichsweise großen Außenstände bei den Gläubigern sind durch die höheren durchschnittlichen Rechnungswerte bei Geschäften mit Großkunden bedingt (im Durchschnitt 3.233 Euro pro Rechnungsbeleg). Unternehmen aus der Metall- und Elektrobranche verursachen einen zunehmenden Anteil am offenen Forderungsbestand im deutschen B2B-Geschäft. Im 2. Halbjahr 2018 erhöhte sich dieser Anteil auf 28,0 Prozent. Es folgen Großhandel (14,9 Prozent) und unternehmensnahe Dienstleister (14,7 Prozent), deren Anteile zuletzt aber gesunken sind.

Damit bestätigt sich der Trend, wonach der Zahlungsverzug in Deutschland wieder zunimmt und Rechnungen zunehmend verspätet bezahlt werden. Infolgedessen ist auch wieder mit steigenden Forderungsausfällen zu rechnen. Bereits im Herbst 2018 traten Forderungsverluste etwas häufiger auf als im Vorjahr. Überdurchschnittlich betroffen war das Baugewerbe – jeder Achte musste laut Creditreform Forderungen in beträchtlicher Höhe abschreiben. Lieferanten sollten somit steigende Kosten für die Sicherstellung der eigenen Liquidität einplanen und ihr Kreditmanagement konsequent betreiben.

Es gibt eine breite Palette an Instrumenten, deren richtiger Mix und konsequente Anwendung Unternehmen dabei helfen, ihre Außenstände im Griff zu behalten. Im Fokus steht dabei immer, als eine der wichtigsten Kennzahlen, die Reduzierung der Forderungslaufzeit – die sogenannte DSO (Days Sales Outstanding). Die DSO, auch bekannt unter Debitorenlaufzeit oder Kundenziel, gibt die durchschnittliche Anzahl der Tage an, die zwischen Ausstellung der Rechnung und Eingang der Zahlung verstreichen. Diese Kennzahl dient als Effizienzgröße für das Debitorenmanagement eines Unternehmens. Je niedriger die DSO ist, desto effizienter wird der Order-to-Cash-Prozess durchgeführt und desto schneller wird dem Unternehmen wieder Liquidität zugeführt. Die Zinsbelastung und das Risiko eines Zahlungsausfalls sinken.

Wie berechnet sich die Forderungslaufzeit (DSO)?

Die DSO berechnet sich aus den Forderungen von Lieferungen und Leistungen eines Unternehmens, den Umsatzerlösen und der Anzahl der Tage des zu berechnenden Zeitraums. Diesen Wert kann man für einen beliebigen Zeitraum berechnen, beispielsweise einen Monat, ein Quartal oder Jahr. Dabei dürfen nur Forderungen und Umsatzerlöse der jeweiligen zeitlichen Periode eine Rolle spielen.

Welche Faktoren wirken auf die DSO ein?

Zahlungskonditionen, Abnehmerstruktur, Abnehmerländer, Branchen

Die vereinbarten Zahlungskonditionen sind der wesentliche Faktor der DSO. Über Skontovergabe bei Zahlung innerhalb x Tage lässt sich diese häufig recht gut steuern.

Die Abnehmerstruktur ist insofern relevant, da schlechte Zahler häufig auch eine schlechte Bonität aufweisen. Auch die eigene Marktstellung, die man gegenüber den Abnehmern hat, ist ein wichtiger Faktor. Je nach Abnehmerland sind die Zahlungsgepflogenheiten sehr unterschiedlich, auch hier bedingt die Auswahl ein stückweit die DSO.

Dies gilt analog für die zu beliefernden Branchen, da die Zahlungsgepflogenheiten hier sehr heterogen sind.

Auftragserfassung/Fakturierung

Die präzise Kundendatenerfassung verhindert Zahlungsverzögerungen, die aus der Beanstandung der Rechnungsdaten resultieren können, und ist Grundvoraussetzung für die Anerkennung der Forderung.

Forderungsmanagement

Bei größeren Rechnungsbeträgen hat es sich bewährt, kurz nach Versendung mit dem Rechnungsempfänger Kontakt aufzunehmen, um zu klären, ob die Rechnung korrekt ist. Insgesamt kann das Forderungsmanagement die DSO umso positiver beeinflussen, je näher es den Zahlungsprozess begleitet.

Bonitätsprüfung/Bestimmung des Zahlungsziels/Forderungsabsicherung

Die Bewertung der finanziellen Situation (Bonität) des Kunden ist Voraussetzung für die Vergabe eines Zahlungsziels. Ein Leitfaden regelt die Vergabe der Zahlungsziele auf der Grundlage der Ergebnisse der Bonitätsprüfung. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers entschädigen Versicherer i. d. R nach Eröffnung eines Gläubigerschutzverfahrens oder spätestens nach sechs Monaten.

Fazit

Die Prognosen der gesamtwirtschaftlichen Situation trüben sich ein. Umfragen im Mittelstand zeigen beim Zahlungsverhalten und bei den Forderungsausfällen leichte Verschlechterungen. Erst im Verlauf des Jahres 2019 wird sich zeigen, ob hier nur eine Delle vorliegt oder eine echte Wende Einzug hält. In jedem Fall sollten Unternehmen rechtzeitig Sicherungsmaßnahmen treffen. Wir unterstützen Sie gerne dabei!